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INDRA CLUB 64: Eine neue Generation für die Legende

Im August 1960 stand eine junge Band aus Liverpool zum ersten Mal in Hamburg auf der Bühne. The Beatles spielten im Indra – noch in der Besetzung mit Pete Best (Dr.) und Stuart Sutcliffe (B.) – fast 50 Shows und wurden von schüchternen Newcomern zu selbstbewussten Stars. Um die Zeit der Fab Four in dem kultigen Club auf der Großen Freiheit 64 ranken sich viele Legenden. Zum Beispiel, dass Paul McCartney für den Song „When I´m Sixty Four“ die Zahl aus der Hausnummer verwendet hat.

Die Geschichte einer der ältesten Live-Locations der Stadt begann noch vor der Beat-Ära. Das Indra eröffnete in den 50er Jahren als Cabaret, in dem akrobatische Tänzerinnen und mutige Artisten das Publikum unterhielten. Anfang der 60er gehörten auch Bands zum Programm. Das Engagement der britischen Pilzköpfe entsprang dem damaligen Indra-Betreiber Bruno Koschmider, der ein neues Publikum in seinen Laden locken wollte. Mit dem wegweisenden Booking war der damalige Geschäftsführer etwas zu früh dran – der nur zwei Jahre später eröffnete Star Club wurde zum Markenzeichen und wird fälschlicherweise häufig für den ersten Auftrittsort der Beatles in Hamburg gehalten.

Where the Beatles played first!

Nachdem unter dem Namen Blockhütte einige Jahre lang die Countrymusik spielte, gab Orhan Sandikci dem Indra als neuer Besitzer seine ursprüngliche Bezeichnung zurück. Mitte der 90er ermunterte ihn unter anderem der Musiker Vince Weber, einen Live-Club zu betreiben. Es folgten umfangreiche Restaurationsarbeiten, die der Location mit diversen Memorabilia ihren besonderen Charme zurückgaben. Und Boogie-Veteran Vince wünschte sich ein Klavier auf der Bühne. Seitdem belebt der Club die Kulturmeile in St. Pauli wieder mit Konzerten aktueller Künstler und Partys unterschiedlicher Genres. Auch von OXMOX präsentierte Burlesque-Shows finden in dem Traditions-Betrieb statt, der seit 2016 unter der Leitung einer neuen Generation steht.

Önder Sandikci hat als Indra-Geschäftsführer die Nachfolge seines Vaters übernommen. „Er ist immer noch mein Berater – wen könnte ich besser fragen, als ihn?“, sagt der 32-Jährige, der den Live-Club als sein zweites Wohnzimmer bezeichnet. Auch Önders eigener Sohn Antonio (10) hilft bereits fleißig mit und tritt vielleicht irgendwann ebenfalls in die Veranstalter-Fußstapfen. Bis dahin wird der Familienbetrieb weiter gepflegt. Gerade erst gab es eine neue Tanzfläche und weitere Sitzgelegenheiten. Auch der idyllische Garten lädt bis in die frühen Morgenstunden zum Verweilen ein. Wenn das Wetter mitspielt wird hier in entspannter Atmosphäre gegrillt. So ein Catering bekommen nicht viele Musiker und Gäste auf dem Kiez.

Ruhepol am Rande der Reeperbahn

Für Mietveranstaltungen ist der Indra Club 64 mit seinen großzügigen und gut ausgestatteten Räumlichkeiten eine beliebte Adresse. Beim abendlichen Betrieb erhält Önder Sandikci Unterstützung von Familie und Freunden. Seine Schwester Nathali (28) bedient am Tresen und sein langjähriger Kumpel Dusan (28) kümmert sich um den reibungslosen Einlass an der Tür. Je nach Veranstaltung kann die Location bestuhlt und individuell hergerichtet werden. „Du bist auf dem Kiez, ohne auf dem Kiez zu sein“, beschreibt Önder das Ambiente in seinem Club. Durch die ruhigere Lage am Ende der Großen Freiheit kommen Besucher gezielt zu den Veranstaltungen und suchen allgemein keinen Ärger. „Die Leute vergessen innerhalb von Minuten den ganzen Trubel da draußen. Unser Indra ist eine echte Kiez-Oase!“

Weitere Infos: indraclub64.de

Foto: Das Halbfinale des berüchtigten HAMBURG-BANDCONTEST!

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