Nach EIFFE und OZ
Sven Rose ist jedenfalls ein Künstler. Mit viel Kreativität und auch lustigen
wiedererkennbaren Bildern. Ob Sven Ossi oder Wessi ist weiß er manchmal
dabei nicht so genau. Deshalb lässt OXMOX ihn hier einfach selbst aus
seinem Leben erzählen.
Wie bist Du zur Malerei gekommen?
Alles ging damit los, dass ich in einer Maltherapie mit Wachsmalstift Tiere gemalt habe. Die wurden dann auf BabyT-Shirts gedruckt, und damit der Laden „Rosenblatt und Fabeltiere“ aufgemacht.
Woher nimmst du die Inspiration für deine Werke?
Mein eigener Stil hat sich auf der Straße entwickelt. Ich male Tiere mit denen man Blick-Kontakt aufnehmen kann.
Bei Interesse an deinen Bildern, wie lässt sich deine Kunst erwerben?
Ich verkaufe meine Bilder auf der Straße oder in Ausstellungen. Meine nächste Ausstellung beginnt am 22.10. im Kulturladen St. Georg. Die Vernissage ist um 15:30 Uhr und die Ausstellung läuft vom 22.10. bis 17.11.
Rückblickend kannst Du sehr dankbar für die Maltherapie sein, in der du warst. Wie bist Du zur Maltherapie gekommen?
Ich habe ein psychisches Handycap. Ich hatte in meiner Kindheit Probleme und hatte mich dazu noch mit Drogen zugeknallt. Ich dachte, ich kann die Welt retten.
Darf ich genauer nachfragen? Wie war der Weg aus diesem Zustand bis zum Malen?
Ich bin dann als fliegender Händler durch die Gegend getingelt. Und habe dann Modeschmuck und andere Artikel auf der Straße verkauft. Wegen einer Lapalie wurde ich dann in Untersuchungshaft gesteckt. Und dann bin ich auf „Schub“ von Nürnberg (von einem kleinen Gefängnis zum nächsten) nach Hamburg geschickt worden. Dort hatte ich die Auflage, meinen Wohnsitz anzumelden. Bist du seit dem in Hamburg geblieben? Um der Bundeswehr zu entgehen, habe ich mir ein kleines Zimmer in Westberlin gemietet und habe mich dort angemeldet. Nachdem ich mich in Berlin mal wieder zugekifft hatte, bekam ich Wahnvorstellungen und dachte das Raumschiff Enterprise will mich hochbeamen. Ich bin dann einer unbekannten Person gefolgt und einfach über die Grenze von Ost nach West spaziert. Dort habe ich dann bei jemanden übernachtet. Am nächsten Morgen habe ich dann ein extrem leckeres Bier getrunken. Dann kann ich mich an nichts mehr erinnern.
Zu welchem Zeitpunkt setzt deine Erinnerung wieder ein?
Ich war wieder bei Bewusstsein, als ich auf Bahngleisen herumgeklettert
bin. Ich wurde dann verhaftet. „Psychatrie oder Gefängnis!“ Ich dachte, ich komme ganz schnell wieder aus „Bonnys Ranch“ (berüchtigte Psychiatrie) wieder raus. Das war zur Zeit kurz vor der Wende. Ich dachte, wir bekommen einen Atomkrieg. Ich bin dann von der Brücke gesprungen, weil ich dachte, ich würde damit die Welt retten. Ich habe dann in der Psychiatrie mit dem Malen angefangen.
Rebecca Lenzen